Ein weißer südafrikanischer Regisseur probt Athol Fugards berühmtes Theaterstück "The Blood Knot", das in Südafrika im Jahr 1960 spielt. Es geht um die Beziehung zweier Brüder und die Wirkung, die das Apartheid-Regime auf ihr Leben hat. Der hellhäutige Morris tritt in das Leben seines schwarzen Bruders Zachariah ein. Morris´ Bemühungen, als weißer Südafrikaner zu leben sind gescheitert. Der unerlaubte Briefkontakt mit einer weißen Frau bringt ihre Konflikte an die Oberfläche. Als Schauspieler und Regisseur die komplexen Probleme des Theaterstückes erforschen, bringen ihre eigenen Erfahrungen mit Ausgrenzung intensive Gefühle in die Probenarbeit.

Von: Athol Fugard
Regie: Kenneth George
Mit: Peter Scollin, Thabo Thindi, Tom Pawlak

Spieldauer: 120 Minuten

Premiere 31. Oktober 2013 in der ufaFabrik
9 Vorstellungen (2013 - 2014)

 

blz - Berliner Lehrerzeitung Wolfgang Nickel 1/2014

"The Blood Knot" ist ein schon älteres Stück des renommierten südafrikanischen Autors Athol Fugard aus der Zeit der strikten Rassentrennung. Ein sich gut verstehendes, aber von Lebensanschauungen und Hautfarbe sehr unterschiedliches Brüderpaar gerät eher zufällig in Auseinandersetzungen, die sich mehr und mehr verstärken und ihre fundamental unterschiedlichen Situationen, Wertungen und Ängste offenlegen - bis hin zu offener Aggressivität. Platypus bringt zu dem (durch Mandelas Tod überraschend aktuell gewordenen) Zweipersonenstück einen Regisseur auf die Bühne, der erklärt und zuspitzt und auf überzeugende Weise den Spielern (wie dem Publikum!) die Hinter- und Untergründe dieser Geschichte und menschlicher Vorurteile nahebringt (ab 16).