Anja und Peter Scollin gründeten 1985 das Platypus Theater und leiten gemeinsam das Theater. Platypus zählt zu den hervorragenden und kontinuierlich arbeitenden freien Theatern Berlins. Mit dem seit 1992 umgesetzten Konzept, Theater für ein junges Publikum in englischer Sprache zu inszenieren ist Platypus zu dem englischsprachigen Theater für Kinder und Jugendliche in Berlin geworden. Da Platypus kein eigenes Haus hat, kooperiert das Theater mit mehreren Berliner Bühnen, die wichtigsten Kooperationspartner sind das BKA-Theater und die ufaFabrik. Jährlich finden ungefähr 110 Aufführungen in Berlin statt. Außerdem geht Platypus auf auf Gastspielreisen im Bundesgebiet. Über 23.000 Kinder und Jugendliche begrüßen wir pro Jahr in unseren Vorstellungen.

Bei Platypus arbeiten Schauspielerinnen, Schauspieler, Autorinnen und Autoren, Musiker und Musikerinnen aus verschiedenen englischsprachigen Ländern wie England, Irland, Australien, Neuseeland, Indien, oder den USA. Durch unser multinationales Ensemble wird das Fremde, das wir in unseren Stücken thematisieren, nicht nur „gespielt” sondern auch real: mit „fremden“ Geschichten, Mentalitäten und Erfahrungen der Beteiligten.

Englischsprachiges Theater für ein Publikum zu produzieren, das erst seit ein paar Jahren Englisch in der Schule lernt, wie kann das funktionieren?

Bei einem fremdsprachigen Theater ist es notwendig, bewusst den Fokus auf das Wichtige zu lenken und keine ablenkenden Nebenschauplätze zu eröffnen. Es müssen gute Texte geschrieben werden, die mit einer klaren Sprache punkten. Dem sprachlichen Verstehen muss Raum gegeben werden. Für die Regie ist darum eine der wesentlichen Herausforderungen, sich in der Kunst der Reduktion zu üben und ein künstlerisch interessantes Inszenierungskonzept zu entwickeln. Für diese spezielle Anforderung gibt es kaum geeignete Theaterstücke. Die meisten sind zu verbal und in der Regel für den jeweils eigenen Sprachraum und die eigene Kultur geschrieben. Vorrangiges Ziel ist es, gutes und intelligentes Theater für ein junges Publikum zu machen, in dem alle sozialen Schichten vertreten sind und auch vertreten sein können. Das Publikum soll das Theater mit einem Erfolgserlebnis verlassen „Ich habe alles verstanden, meine Sorge war unbegründet“, ein Motivationsschub für das weitere Erlernen der englischen Sprache.

Fast alle der 35 Stücke sind in künstlerischer Zusammenarbeit mit dem Ensemble, Regie, Dramaturgie und Autoren und Autorinnen entstanden. Das künstlerische Team stellt sich immer neuen inhaltlichen, künstlerischen Herausforderungen und betritt Neuland bezüglich des Themas, der Produktionsweisen und der Ästhetik.