Mai 2016

Standen wir in den Stücken der letzten Jahre wie „The Tortilla Curtain, „Blood Knot” und „Between the Lines“ mit beiden Beinen fest auf dem Boden, so schauen wir nun bei unserem neuen Projekt „One Way Mission“ (Arbeitstitel) nach oben und in die Zukunft. Die Idee zu dem Stück entstand 2013 als wir einen Artikel über einen niederländischen Unternehmer und Weltraumfreak Bas Lansdorp, lasen, der eine Marsmission ohne Wiederkehr organisieren will. Auf seinen Aufruf sich als Freiwilliger für diese riskante und gefährliche Expedition zu melden, reagierten hunderttausende Frauen und Männer weltweit, unterschiedlichster Herkunft und Bildung.

Mich faszinierte was Menschen bereit sind aufzugeben, um einen Traum oder ein Ziel zu realisieren. Also wird das Thema „Opfer“  im neuen Stück eine Rolle spielen. Meine Recherchen haben mich zu interessanten Orten geführt, wie in den Audimax der Technischen Universität Berlin, wo zwei WissenschaftlerInnen der NASA den 1200 ZuhörerInnen ihre Pläne über eine bemannte Landung auf dem Mars in 2030 erläuterten. „Wir stehen am Rande einer neuen Ära“ - ist ein sehr beliebter Satz in diesen Kreisen.

Wir haben schon einige Ideen im Probenraum ausprobiert und hatten einen sehr stimulierenden Workshop mit einem Englischkurs des Kurt-Tucholsky-Gymnasiums. Wir wollten wissen, wie unser potentielles Publikum zu dem Thema des Stückes und unseren Ideen steht. Fast alle konnten sich überhaupt nicht vorstellen, die Erde jemals verlassen zu wollen. Aber ein bis zwei SchülerInnen waren eher zu diesem Abenteuer bereit und von den Möglichkeiten der Wissenschaften begeistert.

Mir kommt es so vor, als ob wir uns mit einem sehr aktuellen Thema beschäftigen. Es gefällt mir, Fragen über die Zukunft der Menschheit zu stellen und in der Materie wissenschaftlicher Entdeckungen involviert zu sein. Ich bezweifle sehr, dass ich noch am Leben sein werde, wenn der Mars kolonialisiert wird, aber mein Enkelsohn wird es sein.

Peter Scollin