Wir leben gerade in einer sehr merkwürdigen Zeit. Und selbst die begabtesten Wahrsager können nicht vorhersagen, was die Zukunft bringt. Für das Platypus Theater ist es eine sehr schwierige Zeit, denn unsere Arbeit besteht darin, ungefähr 220 Personen in einem Raum zu versammeln und etwa eine Stunde lang mit ihnen gemeinsam dieselbe Luft zu atmen. Wir haben unsere geplanten Vorstellungen bis mindestens Ende Juni abgesagt. Und wie ihr euch vorstellen könnt, ist das ein heftiger finanzieller Verlust.

Als uns die Nachricht erreichte, dass es uns nicht mehr gestattet ist, unsere Stücke aufzuführen, fühlte es sich an, als hätte ich durch einen grausamen Streich meine Arbeit verloren. Bang. Ende. Arbeitslos. Plötzlich Rentner! Ich hatte wirklich das Gefühl, dass unsere Zeit als freischaffende, unabhängige Künstler vorbei wäre. Als ob das ganze System, das wir uns über 35 Jahre aufgebaut hatten und das gut lief, trotz gelegentlich widriger Umstände und vieler Auf und Abs, auf einen Schlag vorbei sei.

Ich beschloss, mich mit der Geschichte des Platypus Theaters zu beschäftigen, und zwar in der Form eines wöchentlichen Blogs. Das ist ein Projekt, über das ich schon lange nachgedacht hatte, aber die vielen Auftritte und die Entwicklung von Stücken hielten mich auf Trab. Doch jetzt habe ich die Zeit dazu und ich freue mich richtig darauf. Seit Anfang des Lockdowns haben wir viel im Büro und zu Hause aufgeräumt und haben alte Fotos und Dokumente sortiert. Das regt mich an, über unsere Vergangenheit nachzudenken und wie wir dahin gekommen sind, wo wir waren, als der Lockdown einsetzte, als alles plötzlich zusammenbrach. Ich glaube, man kann viel lernen, wenn man sich mit der Vergangenheit beschäftigt.

VLOG ZUM BLOG: Peter spricht über das Corona Virus und das Platypus Theater

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